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TitelSicherheitstraining Gardasee
Startdatum09. Oktober
OrtGardasee
Beschreibung

Tag 1

Nach einer langen Nacht der Diskussion mit Martin Schwarz, wenig Schlaf, frühem Lärm der Großstadt, eines Frühstücks am Lenkrad muss ich Martin abholen. Cool, 5Km von meinem Lager in der Münchner Innenstadt entfernt, das sollte schnell gehen, ja scheiße… Baustellen, Verkehr und Müllfahrzeuge machen daraus eine halbe Stunde.

Ok, Martin gefunden, aufgegabelt und weiter geht’s Mirko an der Autobahn treffen. Das klappt mit einer halben Stunde Verspätung und auf gehts nach Italien… und hinterm Brenner ist… Urlaub, die Sonne scheint, es ist warm und wir sind gut in der Zeit. Angekommen, anmelden und schon Vorbesprechung.


Ich lerne alle kennen, das Sicherheits-Trainings-Team und vor allem endlich den Verein bei dem ich schon Monate Mitglied bin… bzw. dessen Mitglieder. Alle haben durchweg einen Knall, deswegen fühle ich mich direkt wohl…

Die anschließende Theorie kann ich nur mit einem offenen Auge verfolgen, zu mehr reicht die Kraft einfach nicht, ich bin vor allen anderen im Bett.

Tag 2

Bin ausgeschlafen, Frühstück und rauf geht’s auf den Hügel

Alle sind total motiviert, doch warten ist angesagt

Am Startplatz geht kein Lüftchen doch unten kachelt es richtig. Genau diese Windsysteme sind es, die den Monte Baldo recht gefährlich machen, irgendwie sollte man Informationen aus dem Tal bekommen… die Landemöglichkeiten sind nämlich begrenzt und nass werden mit dem Gleitschirm ist so ne Sache.

Nach einer Weile geht es dann los, Chris (unser Teacher) startet raus, er muss
noch einen Schirm testen, in diesem Fall einen optisch sehr schönen neuen FB.
 


Endlich dürfen die Schüler raus, einer nach dem anderen, der Chef (Chris) natürlich als erster. Dann bin ich dran, habe mir gewünscht die Theorie am Vorabend nicht verpasst zu haben, aber irgendwie wird es schon gehen.

Fliege den Axis Venus II, muss einfach wissen was mit dem Schirm los ist, ist schließlich ein D (2-3) Schirm und ich möchte meine Kunden richtig beraten… wir haben so ziemlich alle Manöver durchflogen, lediglich beim Frontstall gab es eine brenzlige Situation die mich fast den Retter gekostet hätte. Die mittleren A-Leinen sind an einem Tragegurt aufgehängt, während  die äußere etwas tiefer in einem unten angenähten Schäkel eingehängt ist und sooo… habe ich einfach nur die inneren gezogen, fatal wie sich rausstellen sollte, aber alles ist gut gegangen, habe die Bitch noch mal hinbekommen. (Das Video könnt ihr euch ja mal anschauen…wenn ich es endlich habe:)

Probleme hat mir ebenfalls der Fullstall bereitet, was aber nicht am Schirm sondern am Piloten lag, wie Chris es dann auch bestätigt hat… guckst du. Wir hören im Dunkeln auf, der Tag war richtig geil und ich bekomme richtig Spaß an der Kiste.

Tag 3


Alles wie gehabt, aufstehen, frühstücken, treffen zur Abfahrt. Heute frühstückt Andi mit mir, Müsli was sonst und wir quatschen über die Erfahrungen, die er auf seinen Reisen so gemacht hat… doch die Zeit reicht nicht, wir müssen los. Am Startplatz fällt Andi und mir auf, das keiner nachkommt, wo ist der Rest… natürlich beim Kaffee trinken in der Hütte auf dem Berg.



Stefan holt uns schließlich zu der Lagebesprechung. Mein Programm heute Fullstall, SAT, Wingover. Nachdem alles besprochen ist, mache ich mich wieder zum Groundhandlingen am Startplatz, bis es losgeht und ich direkt hinter Mirko rausstarte.





Was sich bei seinen Manövern als Desaster einstellt, sollte bei mir weitergehen. Mirko macht einen beschleunigten Klapper der seinesgleichen sucht, der Schirm reagiert heftig und ich sehe nur noch den Retter fliegen… toll denke ich noch bei mir und sage so leise zu mir… ich aber nicht. Doch… der Fullstall geht mächtig schief, ich twiste ein und kann den Schirm nicht mehr kontrollieren… scheiße, der Flügel fängt an zu drehen und geht in die Spirale… jetzt wird mir klar…mich erwischt es auch… welche Schmach. Ich schmeiße den ersten Retter… ich beobachte was geschieht, er verfängt sich in den Galerieleinen… ich drehe mich weiter und denke scheiße… ach ich hab ja noch einen und ziehe den zweiten Retter. Der bewirkt ein stoppen der Drehung und ein Öffnen des ersten Retters. Das Ergebnis dieses Manövers ist… wie ihr bald sehen könnt… das Landen einer Sputnikkapsel mit einem Haufen an Rettungsschirmen.

Während des Fallens wurde ich so eingetwistet das ich mich kaum bewegen kann und die Landung im Wasser jagt mir einen Schauer über den Rücken. Ich hätte meine Protektoren rausnehmen sollen, diese schwimmen auf und legen mich auf die Seite, zum Glück geht die Schwimmweste auf. Ich denke nur bei mir… Du Idiot warum hast du den Scheiß nicht rausgenommen. Panik überkommt mich und ich höre erst auf mit den verzweifelten Schwimmversuchen bis ich merke… es wird schlimmer. Ruhig abwarten bis das Boot kommt und ich mich festhalten kann… das Beste was ich machen kann. Es dauert bis alle Leinen von mir sind und alle Schirme endlich im Boot liegen… das Ausladen ist mir peinlich. Der Rest des Tages… Videoanalyse und doch interessierts keinen (alle wollen fliegen) und abschließend ein Freiflug. Ich steige auf meine Ersatzausrüstung Reverse und einen Sky Atis Freestyle… Diesen Flug hätte ich mir sparen können, ich sitze wie versteinert im Gurtzeug und traue mich nicht auch nur eine Bewegung zu machen… wie sagt Markus (Kameramann) so schön… Differentialsperre eingelegt, der vergeigte Fullstall hat mich fertig gemacht und blockiert mein Hirn… ich bin frustriert.



Tag 4

Die letzte Nacht ist der Horror… kann nicht schlafen, wälze mich rum, stehe um drei auf und kümmere mich um den nassen Schirm, wende ihn. Ich kann an nichts anderes als dieses Manöver denken und weiß nicht ob ich es noch mal wiederholen soll, suche Ausreden es nicht zu tun. Lege mich wieder schlafen und versuche Positives darüber zu ziehen… es gelingt mir nicht. Nach… ich glaube einer Stunde unter der Dusche am nächsten Morgen bin ich wach, packe meine Klamotten und gebe auf den Berg mein Programm auf, es lautet Fullstall… ich habe mich entschlossen meine Angst zu überwinden.
Wir… Mirko und ich…spielen unsere Schirme trocken

Viele Leute am Startplatz, es ist Sonntag… und dann geht’s los für mich… ich scheiße mir in die Hose, wobei ich meine Sorgen fast vergessen hatte, Jakob hat so eine geile Show geboten… ich habe mich weggelacht. Über dem See angekommen geht es schon los und… alles klappt, bin froh und will nur noch runter aber… Chris will es ein zweites mal sehen. Ich schimpfe wie ein Rohrspatz und mache widerwillig das Manöver noch mal und siehe Da… es funktioniert.

Die anschließenden Manöver, so schön sie auch zu fliegen sind (SAT u. Wingover) verlieren einfach an Bedeutung. Die Angst ist wieder aus dem Kopf raus und ich kann aufatmen. Abschließend gibt es noch eine Besprechung und ein Verabschieden, Chris ist froh, dass er uns los ist… das glaube ich wirklich. Jetzt hat er sich zwei Tage Urlaub verdient, bevor es mit der letzten Gruppe weitergeht und das Sicherheitstraining für dieses Jahr seinen Abschluss findet.

Mein Fazit:

Ich komme wieder, Chris ist jemand der einem keine Ruhe lässt, bis Mann oder Frau es verstanden hat… und genau das brauche ich.

Für so manch Anderen ist es vielleicht etwas zuviel des Guten.

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